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KI im Alltag · Selbst prüfen

Bilder und Videos prüfen.

Ein Bild kann echt sein und trotzdem eine falsche Geschichte erzählen. Hier prüfst du Schritt für Schritt, woher eine Aufnahme stammt und ob sie zur Behauptung passt.

Kurz gesagt

Frage zuerst: Wer zeigt mir was — und woher weiß diese Person das? Suche dann nach der Herkunft und dem Zusammenhang. Wenn Belege fehlen, bleibt das Ergebnis offen.

Vor dem ersten Klick

Bewahre den Link zum ursprünglichen Beitrag und seine Bildunterschrift auf. Notiere die Behauptung möglichst genau: „Dieses Video wurde heute in diesem Ort aufgenommen“ lässt sich gezielter prüfen als „Ist das echt?“

Auf dieser Seite lädst du nichts hoch. Bei den verlinkten Suchdiensten entscheidest du selbst, ob du eine Datei übergibst. Nutze dafür öffentliches, unempfindliches Material; private Fotos, Ausweise oder vertrauliche Aufnahmen gehören nicht in einen schnellen Suchversuch.

Ein Bild in vier Schritten prüfen

Du kannst die Schritte beim Durchgehen abhaken. Die Häkchen sind eine Gedächtnisstütze und ergeben keinen Echtheitswert.

So startest du eine Rückwärtssuche

Am Computer öffnest du Google, wählst das Kamerasymbol für die Bildsuche und gibst eine Bilddatei oder deren Adresse an. Auf dem Handy führt die Google-App über das Lens-Symbol zur Bildauswahl. Die Oberfläche kann je nach Gerät anders aussehen. Anleitung von Google ↓

Suche zunächst mit dem ganzen Bild. Ein zweiter Versuch mit einem markanten Ausschnitt kann helfen. Bewahre das vollständige Bild zum Vergleich auf.

Bei einem Video: mehrere Momente prüfen

  1. Den vollständigen Clip suchen. Folge der angegebenen Quelle. Kannst du mehr als den kurzen Ausschnitt sehen? Notiere, ob eine Einleitung, ein Schnitt oder eine Bildunterschrift die Bedeutung verändert.
  2. Zwei oder drei Standbilder auswählen. Pausiere an unterschiedlichen Stellen und mache Screenshots: etwa von einem Gebäude, Schild oder einer Landschaft. Hebe den Link und die Zeitstellen auf.
  3. Die Standbilder einzeln suchen. Google Lens und TinEye suchen Bilder; du gibst dort einen Screenshot ein, nicht den gesamten Film. Vergleiche die Fundstellen mit der Sequenz im Original.
  4. Bild, Ton und Behauptung getrennt prüfen. Ein altes Bild kann einen neuen Ton bekommen. Bei einem angeblichen Zitat suche die vollständige Rede oder Aufnahme bei der ursprünglichen Quelle. Ein passendes Standbild bestätigt den Ton nicht.

Eine Suche ohne Treffer belegt weder Echtheit noch KI-Erzeugung. Die Bildsuche kennt nicht alles. Ein einzelner unscharfer oder seltsamer Moment reicht ebenfalls nicht für ein Urteil über den ganzen Clip.

Drei Werkzeuge, drei Aufgaben

Die Links führen zu externen Anbietern. Deren Bedingungen gelten dort. Wir haben die verlinkten Anleitungen geprüft; dies ist kein Vergleich ihrer Erkennungsleistung.

  • Google Lens ↗

    Wofür: ähnliche Bilder und Seiten mit einer Aufnahme finden. Starte über das Kamerasymbol in der Google-Suche.

    Grenze: Ein ähnlich aussehendes Bild kann eine andere Aufnahme sein. Öffne die Fundseite und prüfe den Zusammenhang. Quelle ↓

  • TinEye ↗

    Wofür: Fundstellen derselben oder einer bearbeiteten Aufnahme suchen. Datei oder Bildadresse eingeben und die Treffer vergleichen.

    TinEye kann eine Browserprüfung anzeigen. Falls du nicht zur Suche gelangst, versuche Google Lens.

    Grenze: „First found“ bezeichnet den Fund durch TinEye, nicht den Aufnahmezeitpunkt. Kein Treffer bedeutet nur, dass die Suche keine passende Fundstelle liefert. Quellen ↓

  • Content Credentials Verify ↗

    Wofür: nach vorhandenen Herkunfts- und Bearbeitungsangaben suchen. Solche Angaben können beispielsweise den Einsatz von KI dokumentieren. Der Dienst benötigt JavaScript.

    Grenze: Fehlende Angaben beweisen keine Fälschung. Vorhandene Angaben sind kein Gütesiegel für die Wahrheit der dargestellten Geschichte. Quellen ↓

Und wenn es nach KI aussieht?

Ungewöhnliche Hände, Schrift oder Bewegungen können einen genaueren Blick verdienen. Behandle sie als Anlass zum Nachforschen, nicht als abschließenden Beweis. Auch ein überzeugendes Bild braucht einen passenden Herkunftsnachweis.

Ein Prozentwert aus einem KI-Detektor beantwortet außerdem nicht, ob Ort, Datum oder Bildunterschrift stimmen. Für diese Hilfe verwenden wir deshalb keinen automatischen „echt oder falsch“-Wert. Was Herkunftsangaben leisten können ↓

Was würdest du daraus schließen?

Erfundene Mitmachübung von CurioSignals. Beitrag, Ort und Archivfund sind ausgedacht. Es wird kein echter Vorfall und kein Suchergebnis eines Anbieters gezeigt.

Behauptung · 03.10.2026

„Gerade eben gefilmt!“

Ein Post zeigt ein Video vom Stadtfest in Beispielstadt. Die Bildunterschrift behauptet, die Aufnahme sei heute entstanden.

Beleg in dieser Übung · 18.07.2024

Dieselbe Sequenz im Archiv.

Für die Übung steht fest: Die vollständige, identische Videosequenz war bereits an diesem früheren Datum öffentlich verfügbar.

Welche Aussage ist damit belegt? Öffne die Antwort, die du für richtig hältst.

A · Das Video wurde mit KI erzeugt.

Das lässt sich daraus nicht ableiten. Der ältere Fund sagt etwas über die zeitliche Einordnung. Über die Herstellung der Aufnahme wissen wir dadurch noch nichts.

B · Die Aufnahme stammt nicht von heute.

Genau das belegt der vorgegebene Archivfund. Die identische Sequenz gab es schon 2024. Die Behauptung „heute aufgenommen“ passt dazu nicht. Ob die Szene ursprünglich gefilmt oder künstlich erzeugt wurde, bleibt offen.

C · Heute findet dort kein Stadtfest statt.

Auch das folgt nicht daraus. Heute könnte ein Fest stattfinden und der Post trotzdem eine alte Aufnahme verwenden. Das heutige Ereignis müsstest du gesondert prüfen.

Bei einer echten Recherche müsstest du zusätzlich prüfen, ob Archivdatum und Sequenzvergleich zuverlässig sind. Hier sind sie ausdrücklich als Übungsvoraussetzung gegeben.

Dein Ergebnis in einem Satz

„Ich habe … gefunden. Das belegt … . Offen bleibt … .“

Wenn du nur Vermutungen hast, ist „noch ungeklärt“ ein brauchbares Ergebnis. Teile die Aufnahme dann nicht als bestätigte Nachricht. Die Zahl abgehakter Schritte ändert daran nichts.

Quellen und Stand

Am 03.10.2026 eingesehen. Der Prüfablauf und die Mitmachübung wurden für CurioSignals zusammengestellt. Die Seite untersucht keine Dateien und sendet deine Häkchen oder geöffneten Antworten nicht an einen Prüfdienst. Ein Praxistest mit Einsteigern steht noch aus.

Weitere Praxisbeispiele ↗