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Praxis

Videoschnitt mit KI: ein Beispiel mit Claude und Borumi

Erstmals veröffentlicht:

Kurz gesagt

Du hast ein Video aufgenommen. Nun sollen die langen Pausen raus und wichtige Stellen besser zu sehen sein. Ein KI-Assistent kann solche Schnittaufgaben nach deinen Anweisungen übernehmen.

Vielleicht möchtest du jemandem ein Programm erklären oder einen kurzen Beitrag für deinen Verein aufnehmen. Die Aufnahme ist schnell gemacht. Danach beginnt das Aufräumen: ein abgebrochener Satz, ein zweiter Anlauf, eine Stelle auf dem Bildschirm, die zu klein zu erkennen ist.

Der Videomacher Paul J. Lipsky zeigt an seinen Erklärvideos mit Bildschirmaufnahmen, wie er diese Arbeit an Claude übergibt. Er nutzt dafür Claude Code in der Desktop-App mit dem Modell Opus 5.5 und einem kostenpflichtigen Tarif. Claude Code ist eine Arbeitsumgebung, die ursprünglich für Programmieraufgaben gedacht ist und auch verbundene Werkzeuge bedienen kann. Hier ist sie mit dem Schnittprogramm Borumi verbunden.

Aus einer Anweisung wird ein Schnitt

In seiner Vorführung lässt Lipsky lange Pausen und misslungene Satzanfänge entfernen. Außerdem soll Claude an passenden Stellen näher an den Bildschirminhalt heranzoomen. Wiederkehrende Vorgaben speichert er als Arbeitsanweisung, damit er sie beim nächsten Video nicht erneut formulieren muss.

Später beschreibt er zusätzliche Wünsche für einzelne Szenen, darunter animierte Einblendungen. Den ersten Durchlauf sieht er als Vorarbeit: Kleine Fehler und unpassende Zooms korrigiert er danach. Was das Video erzählen soll und wie es wirken soll, gibt er selbst vor.

Quelle: Paul J. Lipsky: Vorführung des Videoschnitts mit Claude und Borumi

Die Verbindung zum Schnittprogramm ist entscheidend

Borumi bietet Aufnahme und Schnitt in einer Anwendung für Mac und Windows. Du kannst Szenen einzeln aufnehmen und anhand eines automatisch erzeugten Textes bearbeiten. Löschst du dort eine Passage, wird sie auch aus dem Video entfernt.

Damit Claude selbst Änderungen ausführen kann, braucht es eine eingerichtete Verbindung zum Programm. Borumi nennt sie MCP: eine Schnittstelle, über die ein KI-Assistent Werkzeuge bedienen kann. Laut Hersteller funktioniert sie mit unterstützten Desktop-Apps; die reinen Webversionen reichen dafür nicht.

Diese Anbindung gibt es seit Juli 2026. Der Hersteller entwickelt sie weiter: Am 28. September erschien unter anderem eine Fehlerkorrektur für das Zusammenspiel mit Claude Code.

Quelle: Borumi: Funktionen und Testversion · Borumi: Änderungsprotokoll

Worauf es beim Ergebnis ankommt

Ein Video kann nach dem Kürzen flüssiger wirken. Es kann aber auch gehetzt klingen, wenn jede Denkpause fehlt. Bei einer Anleitung muss außerdem genug Zeit bleiben, um einen Arbeitsschritt auf dem Bildschirm zu erkennen.

Lipskys Vorführung macht den Ansatz anschaulich. Sie belegt nicht, wie viel Zeit andere damit sparen oder wie gut jedes Ausgangsmaterial funktioniert. Nach seiner Aussage ist das Video nicht gesponsert. Er verweist allerdings auf einen Affiliate-Link zu Borumi; an darüber vermittelten Käufen kann er verdienen.

Quelle: Paul J. Lipsky: Vorführung des Videoschnitts mit Claude und Borumi

Ein kleiner Versuch mit klaren Vorgaben

Wenn du einen solchen Ablauf ausprobieren möchtest, reicht zunächst eine kurze Aufnahme mit einem einzigen erklärten Arbeitsschritt. Hebe das Original auf. Gib konkret vor, welche Pausen gekürzt werden dürfen und welche Stellen unverändert bleiben sollen.

Eine mögliche Anweisung für eine eingerichtete Verbindung — von uns formuliert und noch nicht praktisch getestet: „Kürze in dieser Aufnahme lange Pausen und entferne abgebrochene Satzanfänge. Lass vollständige Erklärungen stehen. Hebe den besprochenen Bereich auf dem Bildschirm hervor. Zeige mir das Ergebnis, bevor ich es exportiere.“

Schau den Schnitt anschließend einmal vollständig an: Sind alle nötigen Aussagen noch da? Passen Bild und Ton zusammen? Bleibt die Erklärung verständlich? Erst daran lässt sich beurteilen, ob die Hilfe für dein Video brauchbar war.

Für einen Test solltest du die Kosten getrennt betrachten: Laut Borumi lässt sich das Programm kostenlos ausprobieren, für den Export wird eine Lizenz benötigt. Die Nutzung des verbundenen KI-Dienstes kommt nach dessen jeweiligen Bedingungen hinzu.

Quelle: Borumi: Funktionen und Testversion

Quellen

  1. Paul J. Lipsky: Vorführung des Videoschnitts mit Claude und Borumi

    Video aus unserer Sichtung vom 28.09.2026; gespeichertes Transkript erneut geprüft. Ablauf ab 05:49, Ergebnis und Nacharbeit ab 09:23. Persönlicher Erfahrungsbericht mit offengelegtem Affiliate-Link.

  2. Borumi: Funktionen und Testversion

    Herstellerangaben zu Aufnahme, Transkript-Schnitt, Betriebssystemen und Lizenz beim Export. Abgerufen am 29.09.2026.

  3. Borumi: Änderungsprotokoll

    MCP-Anbindung und Desktop-Voraussetzung in Version 0.29.0 vom 31.07.; Fehlerkorrektur für Claude Code in Version 0.31.4 vom 28.09.2026. Abgerufen am 29.09.2026.